Vorsorge & Vollmachten

Vorsorgevollmacht

Einer erwachsenen Person, die wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit ihre eigenen Geschäfte nicht mehr erledigen kann, wird (auf Antrag oder von Amtswegen durch das Gericht) ein Vertreter zur Seite gestellt. Immer häufiger werden hierzu auch familienfremde Personen bestimmt, gerade wenn es in der Vergangenheit zu Streitigkeiten innerhalb der Familie gekommen ist.

Will man, dass eine Vertrauensperson und nicht ein fremder Dritter über die eigenen Angelegenheiten entscheidet, ist eine frühzeitige Vorsorgeregelung unerlässlich.

Eine errichtete Vorsorgevollmacht schließt eine förmliche Betreuung regelmäßig aus. Sie ermächtigt die Person Ihres Vertrauens, die notwendigen persönlichen und wirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen. Die Vorsorgevollmacht geht über eine gängige Generalvollmacht hinaus und sichert damit, dass die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person in den Zeiten von Krankheit und/oder Gebrechlichkeit erhalten bleibt.

Unternehmervollmacht

Unternehmer und Selbständige tragen nicht nur für sich und ihre Familie die Verantwortung, sondern auch für ihre Mitarbeiter und deren Familien, sowie das eigene Unternehmen. Meist haben Unternehmer für den Todesfall durch ein Testament oder einen Erbvertrag vorgesorgt. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass für einen Unfall oder die eigene Geschäftsunfähigkeit nicht oder nicht richtig vorgesorgt ist.
Gerade Unternehmer und Selbständige benötigen aber eine Vorsorgevollmacht, die ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung trägt. Solche Bedürfnisse ergeben sich regelmäßig aus den Vorschriften des Handels- und Gesellschaftsrecht, dem Kreditwesen- oder dem Grundstücksrecht. Vor allen anderen Punkten ist es aber besonders wichtig, dass die Unternehmung zielgerichtet und erfolgreich fortgeführt werden kann, denn ansonsten steht das gesamte Lebenswerk auf dem Spiel.

Ohne eine geeignete Unternehmervollmacht, die die Angehörigen ermächtigt selbst zu handeln oder eine geeignete Person mit der Geschäftsführung zu beauftragen, bleibt nur der Gang über das Gericht, um eine Betreuung zu beantragen. Im schlimmsten Fall wird eine familienfremde Person ermächtigt das Unternehmen für den Unternehmer fortzuführen. Besondere Qualifikationen werden vom Betreuer regelmäßig nicht verlangt. Aber selbst wenn geeignete Familienmitglieder berufen werden für den geschäftsunfähigen Unternehmer zu handeln, bleibt das Gericht über das sog. vormundschaftliche Genehmigungsverfahren entscheidend im Spiel.

Patientenverfügung

Versorgung und Betreuung im Alter sind immer häufiger Thema in den Medien. Aus diesem Grund beschäftigen sich vorwiegend ältere Personen mit der Frage, was passiert, wenn ich selbst nicht mehr entscheiden kann.

Kann eine erwachsene Person keine Entscheidung mehr über Behandlungs- oder Aufenthaltsfragen mehr treffen, dann wird grds. von Amtswegen ein Betreuer bestellt. Will man nicht, dass fremde Personen über die eigenen Angelegenheiten entscheiden, ist eine frühzeitige Vorsorgeregelung unerlässlich.
Neben der Vorsorgevollmacht ist die Patientenverfügung (Patiententestament) wichtig.

Die Patientenverfügung weist den Arzt und das Behandlungsteam an, bestimmte Maßnahmen in der Heilbehandlung durchzuführen oder zu unterlassen und gewährleistet die persönliche Entscheidungsfreiheit im Ernstfall.