Testament

Für den Fall des plötzlichen und unerwarteten Todes ist es unerlässlich eine Verfügung von Todes wegen (i.d.R. ein Testament) zu haben, die die eigene Vorstellung von der Vermögensnachfolge vorgibt. Das gesetzliche Erbrecht führt häufig zu Ergebnissen, die nicht mit den eigenen Vorstellungen in Einklang zu bringen sind. Bedauerlicherweise wissen viele Menschen von diesen Wirkungen nichts oder zu wenig.
Halbwissen oder das Testament des Nachbarn fördert nur den Streit unter den Erben, nicht jedoch die Umsetzung des wirklichen Willens des Erblassers.
Die Ausarbeitung und/oder der Entwurf von Verträgen (Erbverträge, Pflichtteilsverzichtsverträge u.Ä.) und Testamenten bildet einen weiteren Schwerpunkt unserer Tätigkeit.

Einzeltestament

Eine Person schreibt seinen letzten Willen auf, notiert Ort und Datum und unterzeichnet. Das ist quasi der Normalfall- ein Einzeltestament.
Zur Errichtung eines Testaments bedarf es einer notariellen Beurkundung nicht. Der letzte Wille, eine individuelle Erbenbestimmung und ggf. weitere Regelungen, wie bspw. Vermächtnisse oder Auflagen, können in einem Einzeltestament schnell und unbürokratisch niedergelegt werden.
Besonders wichtig ist, dass ein Einzeltestament jederzeit aufgehoben, abgeändert oder wiederrufen werden kann. Es bedarf also keiner großen Mühewaltung, den letzten Willen zu ändern.

Ehegattentestament/ Lebenspartner-Testament

Ehegatten haben die Möglichkeit jeweils ein Einzeltestament zu errichten. Sie können aber auch eine gemeinschaftliche Verfügung niederlegen. Dies kann in der Weise geschehen, dass ein Ehegatte das sog. Ehegattentestament niederschreibt und dann beide mit Ihrer Unterschrift den gemeinsamen Willen dokumentieren.
Haben Sie ein Ehegattentestament niedergelegt, ist es wichtig zu wissen, dass die getroffenen Verfügungen (nur Erbeinsetzung, Vermächtnis und Auflage) von einem Ehepartner nicht ohne weiteres abgeändert, aufgehoben oder widerrufen werden können, wenn es sich um sog. wechselbezügliche Verfügungen (bspw. eine gegenseitige Erbeinsetzung) handelt. Einseitig kann eine wechselbezügliche Verfügung nur durch einen notariellen Widerruf außer Kraft gesetzt werden.

Das Recht zum Widerruf von wechselseitigen Verfügungen erlischt mit dem Tod des Ehepartners. Dies führt regelmäßig zu großen Problemen, wenn vom überlebenden Ehegatten der Versuch unternommen wird, die Erbfolge nach seinem Tod (entgegen der gemeinschaftlichen Verfügung im Ehegattentestament) durch die Errichtung eines weiteren Einzeltestaments zu ändern. Steht das Einzeltestament gegen eine wechselseitige Verfügung aus dem Ehegattentestament, weil bspw. nicht mehr die Kinder des Mannes eingesetzt sind, sondern der neue Lebenspartner der Frau, dann ist das Einzeltestament unwirksam, weil es gegen die Bindungswirkung des gemeinschaftlichen Testaments verstößt.

Das Ehegattentestament bringt Sicherheit und Klarheit in die Erbfolge, birgt aber auch das ein oder andere bisweilen unbekannte Risiko.
Gerade bei sog. Patchwork-Familien, wenn Kinder aus verschiedenen Ehen berücksichtigt werden sollen, ist es dem jeweiligen Elternteil wichtig, dass das Vermögen an die eigenen Kinder fließt und nicht an die Abkömmlinge des „Neuen“ Partners.

Nur eine sachgerechte Beratung schafft die gewünschte Sicherheit und hilft den Willen der Testierenden umzusetzen. Das Gesetz oder der gute Glaube führt grds. zu unbilligen Ergebnissen.
Personen deren Partnerschaft durch eine Eintragung in das Lebenspartnerschaftsregister besiegelt wurde, können ebenfalls ein gemeinschaftliches Testament errichten.

Unternehmer- Testament

Das Unternehmer-Testament ist grds. kein Testamentstyp eigener Art. Der Begriff bezeichnet ein Testament das den besonderen Anforderungen des Wirtschaftslebens Rechnung trägt, in dem spezielle Regelungen aufgenommen werden, das zum Beispiel die Nachfolge im Unternehmen, die Abfindung der weichenden Erben und die Entscheidungskompetenzen enthält.
Neben erbrechtlichen müssen auch steuerrechtliche und gesellschaftsrechtliche Aspekten berücksichtigt. Gerade in steuerrechtlichen Fragen ist die Koordination und Kooperation mit dem steuerrechtlichen Berater des Unternehmers von besonderer Wichtigkeit.
Im Ergebnis kann man sagen, dass eine erbrechtliche Beratung eines Unternehmers nie ohne die Kompetenz des Steuerberaters erfolgen sollte.

Testamente für Landwirte und Winzer

In der Landwirtschaft kann bei der Vererbung eines „Hofes“ landwirtschaftliches Sondererbrecht herrschen. Kommt das sog. Anerbenrecht zur Anwendung, dann spaltet sich der Nachlass buchstäblich auf.
Diese Besonderheit ist unter den Landwirten und Winzern nahezu unbekannt.
Kommt landwirtschaftliches Sondererbrecht zur Anwendung, dann erfordert die Erstellung eines Testaments für Landwirte und Winzer eine besondere Gestaltung. Dies gilt auch dann, wenn die Höfeordnung keine Wirkung entfaltet, denn der landwirtschaftliche Betrieb oder das Weingut kann regelmäßig nur in einer Hand fortgeführt werden, auch wenn mehrere Kinder zur Erbfolge berufen wären.
Für diejenigen Kinder, die nicht Betriebsnachfolger werden, ist dann im Testament eine ausgewogene Abfindung oder ein gerechter Vermögensausgleich auszugestalten.

Testament für Person mit Behinderung

Menschen mit Behinderungen bedürfen großer Aufmerksamkeit in persönlicher und finanzieller Hinsicht. Zu Lebzeiten der Eltern werden diese alles für sein Wohlergehen tun. Grds. stellt sich jedoch die Frage, was geschieht, wenn die Eltern wegfallen. In den allermeisten Fällen beziehen die Kinder mit Behinderung, dann eine Grundsicherung vom Staat, ohne dass sie dauerhaft in den Genuss der ererbten Vermögenswerte der Eltern kommen.
Dies ist nicht im Sinne der Eltern, weshalb eine besondere letztwillige Verfügung errichtet werden muss, um dem Kind mit Behinderung die Vermögensvorteile aus der Erbschaft auf lange Sicht zu erhalten.
Gerade wegen der politischen Bedeutung solcher Testamente ist ihnen in der Vergangenheit viel Aufmerksamkeit geschenkt worden, was eine Verschärfung der Probleme mit sich geführt hat, weshalb eine sorgfältige Beratung obligatorisch ist.